Familie Münster-Carstensen mit Argon und Vitus
Familie Münster-CarstensenmitArgon und Vitus
Die erste Begegnung erfolgte auf "neutralem" Boden. Dadurch konnten wir sehen welche Richtung wir einnehmen müssen.

25. April 2013

Eine neue Erfahrung

Einige Tage ist es jetzt her, das unser Ali ein neuen Mitbewohner in sein Löwenreich bekommen hat. Zugegeben, es krippelte schon ein wenig auf der Heimfahrt aus Süddeutschland, mit dem Gedanken daran was Ali wohl machen würde. Niemand konnte es vorhersagen. Wie wird er reagieren? Fällt er wieder zurück in sein altes Verhaltensmuster und wird aggresiv? Oder akzeptiert er den neuen Mitbewohner und findet dadurch einen ständigen Begleiter, wenn sein Herrchen mal nicht zu Hause ist? Wir wussten es nicht. Auch die Erinnerungen an das, was wir über Ali zur Übergabe im Dezember 2011 gehört haben kamen wierder hoch. Letztlich aber vertrauten wir unserem Löwen. Bevor wir uns für Argon entschieden hatten, haben wir uns darüber informiert wie wir mit jeder erdenkbaren Situation umgehen können. Aber mal Hand auf´s Herz, auch hier zählt die alte Weisheit: 20 Hundekenner 500 Meinungen. Wir verständigten uns darauf Situativ zu reagieren und die beiden Boxer so zueinander zu bringen. 

Das Mittel der Wahl

Seinerzeit hatten wir uns bewusst für Ali entschieden. Unser Ali hatte es bei den Vorbesitzern scheinbar zu leicht und entwickelte eine gewisse Vormachtstellung in der Familie. Das Ergebnis war die Funktion des Rudelführers unter Menschen. Ali bestimmte was zu tun ist. Auch gegenüber Artgenossen egal ob Hündinnen oder Rüden behauptete er sich mit Aggresivität. Von der Nothilfe wurde er mit einer mangelnden Sozialkompetenz beschrieben. Die Vorbesitzer wollten ihn in ein Tierheim übergeben, da Sie mit ihm nicht mehr zurecht kamen. Genau aus diesem Grund Haben wir uns für ihn entschieden. Wir glaubten, dass wir ihn mit viel Disziplin, Bewegung und Zuneigung wieder resozialisieren konnten. Zumindest hatte er die Chance verdient. Wir machten mit unserem Vorgehen sehr gute Erfahrungen. Somit waren wir uns sicher, dass wir uns der nächsten Hürde mit ihm stellen können. 

Diziplin     Zuneigung      Bewegung

Nur wie kann das aussehen? Wir machten klare Regeln aus, die wir vom ersten Tag mit Argon und Ali befolgen müssen. Angefangen beim ersten Aufeinandertreffen entschieden wir uns dazu, die beiden Rüden erst auf "neutralem" Boden begegnen zu lassen. Im Falle eines aggresiven Verhaltens von Ali hätten wir erste Rückschlüsse auf spätere Vorgehensweisen ziehen können. Wäre er bereits auf neutralem Boden gegenüber dem Rüden nicht aufgeschlossen läge der Verdacht nahe, dass die fehlende Sozialkompetenz nicht auf eine territoriale Aggression zurückzuführen ist. Nachdem sich die Beiden beschnüffelt hatten machten wir mit beiden Hunden einen Spaziergang auf Ali´s "Alltagsstrecke" bevor wir dann mit den Hunden in den Garten gingen. 


Gemeinsamer Spaziergang auf der Alltagsstrecke von Ali. Ein erster Eingriff in das Löwenreich.

Ali lief die Strecke wie an jedem Tag. Er schaute gelegentlich mal zu seiner Begleitung, aber ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ausser der senkrecht stehenden Rute war kein Dominanzverhalten zu erkennen. Dieses Anzeichen ließen wir aber unberücksichtigt, da Ali immer mit erhobener Rute spazieren geht. Sonstige Anzeichen, wie ein Grummeln und die, bei Kurzhaarhunden gut erkennbare, Bürste unterblieben. Nach dem Spaziergang ging es dann in Ali´s Garten. 

Ein neuer Bewohner in Ali´s Garten

Angekommen an der Gartenpforte ließen wir Ali sitz machen und gingen zuerst in den Garten. Dann ließen wir Ali zeitgliech mit Argon nachkommen. Es folgte ein "durchstarten" auf den Rasen von beiden. Argon wurde dann aber doch ein wenig mnisstrauisch und suchte unsere Nähe. Ali, der scheinbar befürchtete nciht berücksichtigt zu werden, folgte ihm und stand nun ebenfalls bei uns. Schon nach kurzer Zeit begab er sich aber zu seinem Spielzeug und fing an zu spielen. Argon, der beinahe die gesamte Autofahrt geschlafen hatte nahm die Reaktion als Aufforderung zum Spielen wahr und entschied sich dazu beriets nach wenigen Minuten Ali das Spielzeug streitig zu machen. Ali reagierte daruf wie er reagieren musste. Es folgte ein deutlicher Verweis, der wiederrum dazu führte, dass Argon bei uns Schutz suchte. An dieser Stelle entschieden wir uns nicht einzugreifen. Argon spürte, dass irgendetwas anders ist und versuchte einen zweiten Anlauf. Diesmal aber deutlich vorsichtiger und "unterwürfiger". Ali nahm die Haltung an und begann mit Argon das erste Mal kurz zu spielen. 

Das erste Angebot von Ali an Argon zu spielen.

In dieser Situation bleiben wir aber in der Nähe um Ali, sollte es tatsächlich notwendig werden, entsprechend massregeln zu können. Aus den ersten Monaten mit Ali hatten wir die Erfahrung gesammelt, dass bei Ali vieles mit der richtigen Energie bewirkt werden kann. So ist es mittlerweile oftmals ohne Worte möglich, nur durch Blickkontakt oder ein kurzes "Zisch" Zeichen Ali aus einer Dominanzsituation herauszuholen. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht ob es auch klappt, wenn es um sein Spielzeug gehen würde. Daher war die Nähe zu den Beiden zwingend erforderlich. Nach kurzer Zeit hatte Ali aber genug vom spielen und wollte seine Ruhe. Argon hingegen sah das deutlich anders und wurde zum zwieiten Mal von Ali daruf aufmerksam gemacht, dass er das Ende bestimmt hat. Argon akzeptierte das Verhalten und setzte sein Spiel alleine fort, was Ali auch tolerierte. 

Das erste gemeinsame Abendfressen

Ganz bewusst haben wir uns dazu entschieden keine Spielsachen, Lieblingsdecken oder sonstige Gegenstände zu entfernen. Wir wollten versuchen die beiden mit der nötigen und erforderlichen Konsequenz aneinander zu gewöhnen. Mittlerweile wurde es Zeit für die dritte Lektion am ersten Tag. Das erste gemeinsame Abendfressen. Wie schon beim Spielzeug haben wir uns darauf verständigt auch die Mahlzeiten der beiden gemeinsam einnehmen zu lassen. Vom ersten Tag sollten sich die Beiden daran gewöhnen nebeneinander und ohne Angst benachteiligt zu werden, ihr Fressen einzunehmen. Schon bei der Zubereitung der beiden Futternäpfe zeigte sich, dass es für Ali wohl die schwerste Lektion werden würde. Zum ersten Mal zeigte er ein leicht aggresives Verhalten gegenüber Argon, als sich dieser in der Küche neben ihn setzte. Wenn wir das Essen vorbereiten nehmen wir einen "Handlungsraum" als hundefreie Zone in Anspruch. Das bedeutet, übertritt einer der Hunde die gedachte Linie wird er zurück gewiesen.  Mit diesem Vorgehen haben wir bereits bei Ali sehr gute Erfahrungen gemacht. Sobald aber Argon Ali zu nahe kam, begann Ali zu zittern und zog seine Lefzen an. In diesem Moment erfolgte eine Zurechtweisung von Ali in Form eines deutlichen Blickes und dem Hinweis auf sein Fehlverhalten.

Vorsicht ist geboten, das gemeinsame Fressen bereitete Ali die meisten Probleme.

Nun war es soweit. Das Buffet war freigegeben. Beide stürmten zu ihren Näpfen und begangen zu fressen. Nur war es tatsächlich das gleiche Futter? Jedenfalls schien Ali gerne überprüfen zu wollen ob es so war. Auch hier schritten wir ein, da Ali und Argon von Anfang an lernen sollten, dass es sich bei den gegenseitigen Fressplätzen, während der Fressenzeiten, um sensible Bereiche handelt. Jeder hat einen Napf und jeder bleibt bei seinem Napf bis der andere fertig ist. Auch hier gab es beim ersten Mal deutliche Anzeichen von Ali das so nicht akzeptieren zu wollen, aber es half ihm nicht. Der Rudelführer stand hinter ihm und damit war jede Aktion sinnfrei.   

Das erste Mal gemeinsam in Ali´s Bett.

Nach dem Fressen wurde noch kurz ein wenig gespielt, bevor dann beide Rüden müde und entspannt zur Ruhe gingen. Wir ließen die beiden auch nicht aus den Augen und passten auf, dass auch im Haus kein Platz für ein territoriales Verahlten von Ali sein würde. Ali wollte aber nur noch seine Ruhe und legte sich in sein Hundebett. Argon, der ebenfalls müde geworden war, legte sich dazu. Zunächst tolerierte Ali den Nachbarn in seinem Bett, entschied sich aber dann dazu die Seiten zu wechseln und legte sich erst auf die andere Seite, stand dann aber auf und suchte sich ein Plätzchen in der Wohnstube. 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Familie Münster-Carstensen